Oct 19
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UTOP 89

... und wer kümmert sich jetzt um die Fische?

Willems&Kiderlen


Eine Stadtrauminszenierung
Konzept und Text von Meret Kiderlen und Kim Willems
Textmitarbeit Andreas Mihan
Uraufführung

Premiere

Sa.
5. 10.
2019

Schauspielhaus & Stadt

1989: Die Massen, die durch Leipzig ziehen, die Züge aus Prag, die durch Dresden fahren, die überforderten Grenzsoldaten nach Schabowskis Maueröffnung – diese Bilder kennen wir. Aber wie fühlt sich Magdeburg in dieser flirrenden Zeit an? An welchen Orten werden neue gesellschaftliche und persönliche Entwürfe denkbar? Und welche Höhenflüge, Abstürze und Überschläge vollführen die Menschen anschließend vor und hinter den Fassaden dieser Stadt? Der November ’89 beerdigt ein System und öffnet einen Strauß von Möglichkeiten – die Beschriftung von Uniformen ändert sich wöchentlich, Parkplätze herrenloser Ladas bilden eine Spielwiese für Halbstarke, Punks besetzen Villen, Schauspieler- und Techniker*innen das Theater.

Anlässlich des 30-jährigen Jahrestages des Berliner Mauerfalls begibt sich das Performance-Duo willems&kiderlen auf Spurensuche in Magdeburg und entwickelt ein Gedankenspiel des Augenblicks: Was wäre, wenn die Stadt heute ein, zwei, viele Utopien von damals leben würde? In einem »hörbaren« Stadtspaziergang versetzen sich die Zuschauer*innen in Situationen des Aufbruchs, verfolgen Spuren der Aneignung und den einsetzenden Kampf um Freiräume, um darüber einen utopischen Blick auf das Heute einzuüben.

Begrenzte Zuschauerzahl - Reservierung empfohlen. Für den Spaziergang bitte bequemes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung anziehen.

 

Ein kleiner Audioeindruck HIER.

Regie Meret Kiderlen, Kim Willems
Sounddesign Karolin Killig
Dramaturgie Elisabeth Gabriel,
Laura Busch

Mit Jacqueline Brösicke, Undine Schmiedl, Thomas Koch, Giselher Quast und den Erinnerungen und Stimmen von Nadja Gröschner, Gabriele Herbst, Iris von Possel, Bettina Wernowsky, Kordula Zollenkop, David Begrich, Andreas Bernsdorf, Sören Falcke, Roland ‚Franz‘ Jeske, Andreas Ulrich u.a.

Video

Pressestimmen


Das Unfassbare sinnlich erleben

»UTOP 89 ... und wer kümmert sich um die Fische?« von Willems & Kiderlen ist ein unglaublich bewegender Versuch des Theaters Magdeburg, diese Atmosphäre des Aufbruchs nachzuvollziehen. Nicht durch Bilder oder Worte, sondern durch mitmachen. Mit Kopfhörern versehen hören die Interressierten jeweils an den Original-Schauplätzen Zeitzeugen des Geschehens. Und dann kommt einer dieser Momente, der dieses Theaterexperiment so unglaublich ergreifend macht. Es sind Demonstrationstafeln vorbereitet, auf die jeder der Gruppe seine Forderung für die Gesellschaft von heute aufschreiben kann. Was bewegt uns aktuell? Ist es der Klimawandel? Mehr Platz für die Radfahrer? Eine direkte Demokratie? Plötzlich ist man nicht mehr Zuhörer, sondern Beteiligter, kann nicht ausweichen, muss sich bekennen. Und noch eines macht das Projekt UTOP 89 von Willems & Kiderlein so unvergleichlich ergreifend. Es ist die Selbstreflexion, an der man nicht vorbeikommt, wenn beispielsweise der Weg der Gruppe in das Allee-Center führt. Einen Einkaufstempel mit 25 000 Quadratmetern Fläche und 110 Geschäften, alles über den Fundamenten einer von der DDR gesprengten Kirche. Die Stadtrauminszenierung von Willems & Kiderlein, bei der beide Regie führen, schafft es immer wieder, Überraschungsmomente zu setzen, die selbst jemanden, der diese Zeit bewusst miterlebt hat, in Erstaunen versetzen. Da zeigt eine engagierte Frau, Jaqueline Brösicke, die in der Vorwendezeit heimlich mit Helferinnen Straßennamen durch die Namen wichtiger Frauen ersetzt hat, wie das geht. UTOP 89 ist ein Erlebnis für alle Sinne. Dieses Experiment ermöglicht Verständnis für das, was heute schwer erklärbar ist. Ein Freund hat einmal gesagt: Ehe die Mauer fällt, fliege ich auf den Mond. Die Mauer ist weg, aber auf dem Mond war er noch immer nicht.

Rolf-Dietmar Schmidt,
Volksstimme, 7. 10. 2019