America Noir

Ballet by Gonzalo Galguera | Music by John Adams, Samuel Barber, Aaron Copland, Philip Glass, William Grant Still and Joan Tower
World Premiere

»The streets were dark with something more than night.«
Raymond Chandler

The image of America portrayed in the late 1940s by writers, directors and actors in films, such as »Double Indemnity«, »The Blue Dahlia«, »The Big Sleep«, »Notorious« and »Touch of Evil«, is both fascinating and sinister. Inspired by American music of the 20th century, Galguera recreates the mood in a ballet that explores human helplessness in the face of the dark side.

 

 

Vorstellungen
Currently there are no futher known events.

Opening Night
Sat. 30 September 2017

Revival Opening Night
Sun. 10 February 2019

Conductor GMD Kimbo Ishii
Choreographer / Director Gonzalo Galguera
Set Designer Christiane Hercher
Costume Designer Stephan Stanisic
Dramaturg Eva Bunzel, Ulrike Schröder

 

Aufführungsdauer: 1:25 h (ohne Pause)

Video

Pressestimmen

Ein Ballettauftakt der neuen Spielzeit am Magdeburger Theater, wie man sich ihn spektakulärer wohl kaum vorstellen kann: »America Noir«. [...] dieses Ballett setzt im Ausdruckstanz neue Maßstäbe. Die Tänzer sind stark darstellerisch gefordert, obwohl sie gleichzeitig mit Höchstleistungen bei fast artistischen Bewegungsabläufen und anmutigen Szenen glänzen. Diese Kombination, die nur bei exzellenter klassischer Ausbildung möglich ist, schafft eine Erzählform, die ohne ein Wort zu sprechen, Hochspannung und gleichzeitig sehr tiefe Gefühlseinblicke ermöglicht. [...] Die Musikauswahl greift auf die Kompositionen großer Namen zurück. Am Pult der Magdeburgischen Philharmonie gab dabei die russische Gastdirigentin Anna Skryleva ihr Debüt in Magdeburg. Sie hatte genau das richtige Gefühl für die Ausgewogenheit, musikalisch die Handlung temperamentvoll und kräftig zu treiben, bei den Augenblicken der großen Gefühle aber auch die entsprechende Zurückhaltung zu finden. [...] Zu den anrührendsten Momenten dabei wurde das Pas de deux mit Andreas Loos und Narissa Course in dem Bild des einsamen Treffens am Motel 66. Dieser Tanz, für den eigens ein amerikanischer Straßenkreuzer der 1950er Jahre auf die Bühne rollte, war Krimi und Liebesdrama in einem. Mit eindrucksvollen Tanzbildern des Suchens und Findens, der Flucht vor den Verfolgern, Versteck im Kofferraum, der Hoffnung und Enttäuschung, wurden die Gefühle der beiden fast körperlich spürbar auf eine aussichtslose Probe gestellt. Das war ein klassischer Paartanz, und dennoch ganz modern und neu im Ausdruck. [...] »America Noir« ist ein Handlungsballett, das Ballettfreunde begeistert, aber ebenso Menschen anziehen wird, denen dieses Genre eher fremd ist. Wer sich auf dieses Stück einlässt, wird vermutlich künftig nicht mehr vom Ballett lassen können.


Rolf-Dietmar Schmidt, Volksstimme,
2. 10. 2017

 

So sind, spezifisch für alle Teile der skizzenhaften Handlung, beeindruckende musikalische Bewegungschoreografien entstanden. Die aus Russland stammende Gastdirigentin Anna Skryleva befeuert die Magdeburgische Philharmonie mit viel Temperament und Sensibilität. Nicht sehr oft erlebt man eine solche Homogenität zwischen dem musikalischen und den rasanten und komplizierten Bewegungsabläufen auf der Bühne. Die Kompositionen von Joan Tower, William Grant Still, Aaron Copland, Philipp Glass und Samuel Barber sind als Sound mit der Geschichte kongenial verwoben. Für die einzelnen Teile der Fluchtgeschichte ist Andreas Loos als Protagonist mit seiner kraftvoll-athletischen Eleganz und seinem Charisma tänzerisch prägend. Einer der tänzerischen Höhepunkte ist das emotional ausdrucksstarke Pas de deux mit Narissa Course. Aber auch die Kompanie kann mit Bewegungsfolgen zwischen synchron getanzten Schrittkompositionen und sich immer neu formierenden Tableaux, punktgenau zur Musik und ihren jazzigen Rhythmen, beeindrucken. Mit dieser Uraufführung haben Galguera und das Ballett Magdeburg etwas Besonderes kreiert – das Premierenpublikum honoriert mit Ovationen.

Herbert Henning, tanznetz.de
2. 10. 2017

Einen erklecklichen Anteil am Erfolg hat die Musik, ein Gebinde aus Kompositionen von John Adams bis Joan Tower, das die Magdeburgische Philharmonie unter Anna Skryleva glänzend präsentiert. Samuel Barbers unendlich oft und fast zu Tode getanztes «Adagio for Strings» wirkt wie neu, wie nie gehört, so filigran und durchscheinend geht der Klangkörper damit um. Was offenbar auch Galguera beflügelt hat, dessen Choreografie nicht nur mit Eloquenz überzeugt, sondern in entscheidenden Momenten lässige Zurückhaltung übt.

Dorion Weickmann, Tanz,
November 2017