Nov 21
Sat. 27. 11.
19.30 Uhr
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Dec 21
Fri. 10. 12.
19.30 Uhr
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Sat. 18. 12.
19.30 Uhr
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Jan 22
Thu. 13. 1.
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Fri. 14. 1.
19.30 Uhr
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Sat. 22. 1.
19.30 Uhr
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DER HALS DER GIRAFFE

JUDITH SCHALANSKY
 

Monolog nach dem gleichnamigen Roman
Für die Bühne bearbeitet von Thilo Voggenreiter 

Premiere

Sa.
28. 8.
2021

Schauspielhaus Studio

Inge Lohmark unterrichtet Biologie und Sport in einer Kleinstadt in Vorpommern.  Sie schwört auf Frontalunterricht, auf Darwins Lehre der natürlichen Auslese – die sich in Verachtung gegenüber ihren Schüler*innen ausdrückt – und auf die Anpassung an sich ändernde Verhältnisse. Durch ihr starres biologistisches Weltbild gerät sie immer mehr in Konflikt mit ihrer Umgebung: Sie sieht darüber hinweg, dass eine ihrer Schülerinnen gemobbt wird, versucht zu verdrängen, dass ihre Tochter Claudia wohl nie mehr aus den USA zurückkehren wird, und gerät innerhalb der Lehrerschaft immer mehr in die Isolation. Vor allem jedoch ignoriert sie, dass die Schule in vier Jahren aufgrund sinkender Schülerzahlen geschlossen werden wird und auch sie sich den schmerzhaft veränderten Umständen anpassen muss. Je mehr ihr Dasein Risse bekommt, desto härter wird Inge Lohmark gegen ihre Schüler*innen und sich selbst. Als sie plötzlich Gefühle für eine Schülerin entwickelt, die über das ihr erlaubte Maß hinausgehen, gerät ihre feste Welt ins Wanken.

Der gefeierte Roman von Judith Schalansky – von der Autorin ironisch »Bildungsroman« genannt – erzählt mit präziser Nüchternheit und komischer Lakonie von der Lebenskrise einer prinzipienstrengen Biologielehrerin, zugleich aber auch von der Krise einer ganzen Region im Umbruch.


Diese Inszenierung entstand unter Berücksichtigung der coronabedingten Auflagen.

Interview mit dem Regisseur

Interview mit Susi Wirth

Trailer

Pressestimme


Großartige Hauptdarstellerin

Das Stück ist ein 75-minütiger Monolog von Susi Wirth in der Rolle der Lehrerin Inge Lohmark. Ganz zu schweigen von der enormen Textmenge, die die aus der Schweiz stammende Schauspielerin bravourös bewältigt, schafft sie es auch, mit einer eindrucksvollen schauspielerischen Präsenz die ganze Ambivalenz, die Zerrissenheit zwischen der streng-darwinistischen Einstellung der Biologie- und Sportlehrerin und dem Scheitern an den eigenen ethischen Werten fast körperlich fühlbar zu machen. Eine großartige Leistung!

Rolf-Dietmar Schmidt Volksstimme

30. 8. 2021


 


Reliquien aus einem verkorksten Leben

Das einzige Lebewesen, das Inge Lohmark an diesem Abend berühren wird, ist tot und gepanzert. […] Bei der Premiere der Magdeburger Romanadaption sehen wir dieser einsamen Frau nun dabei zu, wie sie die Bilanz ihres Lebens zieht. Die Schauspielerin Susi Wirth spielt das virtuos: mal mit fantastischer Überzeugtheitsgrimasse und einem kalten Lächeln, das vor allem sich selbst zu überzeugen versucht. Mal mit ängstlicher Orientierungslosigkeit und einem Gesicht, das vom dauerhaften Sich-unangreifbar-Geben immer erschöpfter wirkt. […] Wirth zeigt Innenansichten eines in seiner Gedankenwelt verlorenen Menschen. […] Die Inszenierung zeugt von einem sensiblen Verständnis für die Vorlage und einer geschickten Adaption mit den Mitteln der Bühne. […] Alles maskenhaft Entschlossene ist dann zuletzt aus ihrem Gesichtsausdruck gewichen. Stattdessen sehen wir eine Verletzlichkeit, die offenlässt, was aus ihr wird […].

Christoph Weißermel
Frankfurter Allgemeine Zeitung

1. 9. 2021