Literaturklub

Anmeldung: caroline.rohmer[at]theater-magdeburg.de

»Lesen Sie – lesen Sie – lesen Sie viel. Lesen Sie alles.«, sagte der Schriftsteller Henry James. Dieses Motto lebt der Literaturklub am Schauspielhaus. 2009 durch die Dramaturgie des Theaters ins Leben gerufen, treffen sich nun schon seit 10 Jahren Literaturbegeisterte ein- bis zweimal monatlich zum angeregten Austausch über ein gemeinsam gelesenes Werk, welches in der Runde vorgeschlagen und ausgewählt wird.

Von A wie Chinua Achebe bis Z wie Stefan Zweig und dazwischen über 200 weitere Bücher, wie von Bernhard Schlink, Jenny Erpenbeck, von Franz Kafka, Mary Shelley's »Frankenstein« oder Voltaire’s »Candide«, immer wieder gerne auch angebunden an aktuelle Inszenierungen des Theaters - was die Möglichkeit bietet, noch einmal anders auf das zuvor Gelesene zu schauen. Ob Klassiker oder neue Literatur, ob europäisch, amerikanisch, asiatisch oder afrikanisch -  alle Zeiten und Kontinente werden erkundet. Im Sprechen über die Bücher werden auch die Zeitumstände ihrer Entstehung und die Biografien der Autor*innen beleuchtet. Die Gruppe sucht das Gespräch über das »Schöne, Gute, Wahre und Alberne, Überflüssige und Banale« (Zitat nach Denis Scheck). Vielleicht bleiben dabei auch manchmal »alle Fragen offen«, nur sprachlos  wird sie nie. Die Literatur regt zu immer wieder neuen interessanten Überlegungen über Gott, die Welt und das Leben an. Der Club lädt alle, die ebenfalls an Literatur Freude haben, herzlich ein, gelegentlich, des Öfteren oder regelmäßig dabei zu sein mit Vorschlägen und/oder Leselust.

 

Thomas Pynchon »Die versteigerung von No. 49«

Di. 14. 12. 2021     19.30 Uhr     Schauspielhaus Studio
Anmeldung unter: caroline.rohmer@theater-magdeburg.de 
Eintritt frei

Die arglose Hausfrau Oedipa Maas wird unvorhergesehener Weise zur Nachlassverwalterin ihres verstorbenen ehemaligen Liebhabers eingesetzt, einem Immobilienspekulanten aus Kalifornien. Als sie sein Erbe aufschlüsselt, scheint sie einer Geheimorganisation auf die Spur zu kommen, die in Europa und den USA ein alternatives Kommunikationsnetzwerk zur Post aufgebaut hat. Auf der Versteigerung einer Briefmarkensammlung aus dem Nachlass – Objekt Nummer 49 – erwartet sie schließlich, einen Agenten dieser Organisation leibhaftig zu Gesicht zu bekommen … Thomas Pynchon, ein Wegbereiter des postmodernen Erzählens, reflektiert in seinem 1966 erschienen Roman die undurchsichtigen Verstrickungen des modernen Amerikas und führt die Leser*innen mit lauter Hinweisen und Querverweisen so lange an der Nase herum, bis die Existenz von Verschwörungen ad absurdum geführt wird.

Michael Ondaatje »Kriegslicht«

Di. 11. 1. 2022     19.30 Uhr     Schauspielhaus Studio
Anmeldung unter: caroline.rohmer@theater-magdeburg.de 
Eintritt frei

In einer Mischung aus Coming-of-Age-Geschichte und Spionagethriller beleuchtet der Roman die spannungsreiche Zeit in Großbritannien kurz nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Geschwister Nathaniel und Rachel werden immer wieder allein bei Freunden ihrer Eltern zurückgelassen – ein exzentrischer Haufen von Abenteurern, Schmugglern und Lebenskünstlern. Plötzlich kehrt die Mutter nach langem Schweigen wie aus dem Nichts wieder und hält sich mit mysteriösen Andeutungen über ihre Aufenthalte bedeckt. Als Erwachsener beginnt Nathaniel schließlich, ihre Vergangenheit als Spionin im Kalten Krieg aufzuspüren.

Michael Ondaatje,  Autor des berühmten Romans »Der englische Patient«, entwirft mit seiner Erzählkunst eine kaleidoskopartige Komposition aus suggestiven Andeutungen, Verwirrspielen und schillernden Figuren, die ein vielschichtiges Panorama der englischen Nachkriegszeit schaffen.