Die tote Stadt

Erich Wolfgang Korngold

Oper in drei Bildern
Libretto von Paul Schott
Mit Übertiteln
In Koproduktion mit der Nederlandse Reisopera

»Glück, das mir verblieb, rück zu mir, mein treues Lieb.
Musst du einmal von mir gehn, glaub, es gibt ein Auferstehn.«

Marietta und Paul

Seit dem Tod seiner Frau Marie lebt Paul völlig zurückgezogen in der erstarrten Stadt Brügge. Er widmet sich ganz dem Andenken der Verstorbenen, bis er die verführerische Tänzerin Marietta kennenlernt. Sie scheint Marie bis aufs Haar zu gleichen. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergerissen, gelingt es Paul immer weniger, beide Frauen auseinanderzuhalten; Realität und Illusion verschwimmen.

Mit »Die tote Stadt« landete der erst 23-jährige Korngold 1920 einen Überraschungserfolg. Die Oper avancierte zu einer der meistgespielten der 1920er-Jahre; offensichtlich traf die Thematik des Umgangs mit Trauer nach dem Ersten Weltkrieg den Nerv der Zeit. Erst die Nationalsozialisten unterbrachen den Siegeszug der Oper. In den letzten Jahren erlebt »Die tote Stadt«, nicht zuletzt auch dank der wirkungsvollen Musik – u. a. in der berühmten Arie »Mein Sehnen, mein Wähnen« – eine Renaissance.

Vorstellungen
Aktuell sind keine weiteren Termine bekannt.

Musikalische Leitung Kimbo Ishii
Regie Jakob Peters-Messer
Bühne / Lightdesign Guido Petzold
Kostüme Sven Bindseil
Dramaturgie Benjamin Wäntig
Choreinstudierung Martin Wagner

Paul Wolfgang Schwaninger
Marietta/Die Erscheinung Mariens Noa Danon
Frank Roland Fenes
Brigitta Ks. Undine Dreißig
Juliette Irma Mihelič
Lucienne Jenny Stark
Gaston Eric Schubert
Victorin Manfred Wulfert
Fritz Thomas Florio
Graf Albert Markus Liske

Opernchor des Theaters Magdeburg
Opernkinderchor des Konservatoriums »Georg Philipp Telemann«
Magdeburgische Philharmonie

Video

Pressestimmen

In Peters-Messers Deutung ist Paul eine unangenehme Figur, ein besitzergreifend herrischer Typ. Wolfgang Schwaninger singt die Mörder-Partie des Paul genau auf diese Figuren-Deutung zugeschnitten. Härte und Flüstern hört man, [...], zum Schluss erlöst er sich in reines Schwelgen. Noa Danon als Marietta ist der Gegentyp. Kapriziös, virtuos [...]. Kleinere Partien, Chor, vor allem aber der schier himmlisch singende Kinderchor sind in Magdeburg bestens besetzt. Das Orchester aber lieferte nach »Elektra« seine zweite Großtat der Saison ab. [...] Langer Beifall, sogar Trampeln: der Orkan unter den Magdeburger Begeisterungsstürmen.

Irene Constantin, Magdeburgische Volksstimme,
25. 1. 2016

Wolfgang Schwaninger stemmt die mörderische Partie des Paul mit imponierendem Durchhaltevermögen, Noa Danon ist eine intensive, verführerische Marietta an seiner Seite. Die kleineren Rollen der Haushälterin Brigitta und von Pauls Freund Frank sind mit Undine Dreißig und Roland Fenes hervorragend besetzt. Von der Schauspielertruppe profiliert sich vor allem Thomas Florio als Pierrot. Jubel für alle.

Roberto Becker, Online Musik Magazin,
24. 1. 2016

In der Melange aus Psychologie und Atmosphäre passt die Inszenierung maßgeschneidert zur Musik. Am Ende ungetrübter Beifall. Auf nach Magdeburg!

Joachim Lange, Mitteldeutsche Zeitung,
26. 1. 2016

Am Pult der Magdeburgischen Philharmonie bringt Kimbo Ishii die Musik von Korngold, in der man nicht nur Wagner, Puccini und Lehár, sondern auch die Filmsinfonik von Korngolds späterer Oscar-prämierter Hollywood-Karriere heraushört, zum Klingen. Dabei gelingt wunderbar ausbalanciert der musikalische Spagat zwischen Klangeruptionen und zarten Lyrismen, sehr ausdifferenziert mit der Bühne. Beifall ohne Ende für  Ensemble und die Magdeburgische Philharmonie.

Herbert Henning, opernnetz,
26. 1. 2016

Wolfgang Schwaninger ist schon länger der Spezialist für die vertrackte Partie des Paul, sein intelligent geführter Tenor ein Ideal für dieses intensive Rollenporträt. Von ihm wünscht man sich mehr solcher Herausforderungen. [...] ihm schenkte seine Partnerin Noa Danon nichts: Sie, die Vokalgranate und leibhaftige Männerphantasie! [...] Durch sie wird die Partitur zur Spielwiese in einem Raubtierzoo. Das ermöglichte ihr - und den anderen Solisten - der besondere Zugriff des Magdeburger GMDs Kimbo Ishii. Diese musikalische Enzyklopädie der Wiener Moderne blieb zwei Stunden in Druck und Feuer. [..] der Abend hatte es in sich.

Roland H. Dippel, concerti,
26. 1. 2016 

Wolfgang Schwaninger schneidet mit mächtigem, textverständlichem Tenor durch die Klangwogen. […] Roland Fenes legt Frank als distinguierten älteren Herren an, der mit seinem Freund Paul viele Erinnerungen teilt – was beide nicht daran hindert, zu Konkurrenten zu werden. Undine Dreißig singt eine kernige, resolute Haushälterin Brigitta.

Udo Badelt, Opernwelt, März 2016